Reisen
Reisen mit neurodivergenten Kindern – Tipps, Vorbereitung
Ein Urlaub soll Erholung bringen, stellt Familien mit neurodivergenten Kindern aber oft vor besondere Herausforderungen. Ungewohnte Umgebungen, neue Reize und fehlende Alltagsroutinen können schnell zu Stress führen. Auf dieser Seite haben wir die wichtigsten proaktiven Maßnahmen, Tipps zum Erwartungsmanagement und Hilfen für den Notfall kompakt für Sie zusammengefasst. Entdecken Sie, wie gute Vorbereitung Sicherheit schafft und wie Sie den Urlaub bedürfnisorientiert gestalten können
Pflegesituationen im Urlaub
- Hygiene wird verweigert
- vermehrte Schlafstörungen
- Zähne putzen
- vermehrte Meltdowns
- sensorische Überlastung und Überreizung
- Toilettengang wird verweigert
- Essensverweigerung
- Medikation
- Sonnenschutz auftragen
- Insektenstiche und Versorgung dieser
Alle Pflegesituationen, die bereits im Alltag stattfinden, finden auch im Urlaub statt.
Zusätzlich dazu können neue Reize, ungewohnte Umgebungen und Routinen den Alltag entsprechend beeinträchtigen.
Was können Eltern tun?
Proaktive Maßnahmen
Vorbereitung schafft Sicherheit
Kind in Entscheidungen einbeziehen, genaues Erklären der Reise und des Ablaufs, Visualisierung der Abläufe, bei Routinebedürfnis fest planen, bei Flexibilitätsbedürfnis offene Zeiten einplanen, vertraute Umgebung im Urlaub wiederherstellen (Bettdecke, usw.)
Aktivitäten übersichtlich halten
Erholung und Pausen priorisieren, wenig Aktivitäten mit hohem Anpassungsdruck hintereinander, verlängerte Zeiten für Übergänge einplanen
Visualisierung der Abläufe
Bildkarten, Ablaufpläne und Checklisten
Reize vorher mitdenken
Geräusche vor Ort, Rückzugsräume recherchieren, starkes Licht oder grelle Sonne, ungewohnte Gerüchte wie Chlor, Restaurant, Parfüm, Lebensmittel, unerwartete Berührungen in Warteschlangen, Einkaufszentren, Bahnhof oder Flughafen
Reiz-Schutzbox / Notfallbox vorbereiten
Alle Pflegehilfsmittel die auch zu Hause benötigt werden, bspw. Gehörschutz, Sonnenbrille, Kuscheltier, Gewichtsdecke, Kommunikationstafel, mobiles Bidet, Wechselkleidung in mehrfacher Ausführung, bekannte und sichere Snacks und Getränke
Anreise mitplanen
Kind wenn möglich mitentscheiden lassen (Zug, Flugzeug, Auto), regelmäßige Pausen absehbar einplanen, Bewegung, Fidgetmaterial, Überraschungen für längere Abschnitte bereithalten, Medienzeit
Erwartungsmanagement
Was erwarte ich von der Reise?
Erholung? möglichst viele Aktivitäten? Tapetenwechsel? Wo halte ich an einem Idealbild fest?
Was erwarte ich von meinem Kind?
Muss mein Kind jede Aktivität mitmachen? Muss mein Kind jede Mahlzeit im Restaurant mitessen? Muss mein Kind jede Änderung akzeptieren? Was ist realistisch und notwendig für die Bedürfnisse meines Kindes?
Nofallplan für Meltdowns
Was muss angepasst werden? Was kann im Urlaub geleistet werden? Krankenhäuser und Notfallnummern recherchieren
Alternativen?
Gibt es bekannte Orte in der Umgebung? Können Aktivitäten abgebrochen werden? Kann der Urlaub abgebrochen werden?
Auch ein abgebrochener Urlaub kann ein erfolgreich gewesen sein.
Reaktive Maßnahmen
Ruhe bewahren & Selbstregulation
Trösten statt Schimpfen, nicht beschämen
Notfallplan für Meltdowns zu Hause ausführen
Regulationsmöglichkeiten anbieten, Situation verlassen, körperliche Grundbedürfnisse priorisieren
keinen Druck oder Zwang erzeugen
Validieren der Gefühle, Verschieben auf späteren Zeitpunkt
