Angebote für pflegebedürftige Kinder und Jugendliche und ihre Angehörigen

Schlaf und nächtliche Unruhe

Ein erholsamer Schlaf ist wichtig. Im Pflegealltag können jedoch verschiedene Situationen auftreten, die die Nächte zu einer Herausforderung machen. 

Mögliche Pflegesituationen:

  • häufiges Aufwachen
  • nächtliches Umherlaufen
  • lange Einschlafphasen
  • Schwierigkeiten beim Einschlafen
  • fehlende Selbstregulation
  • frühes Erwachen (vor 5 Uhr)
  • Weiterschlafprobleme
  • extreme Geräuschempfindlichkeit
  • Lichtempfindlichkeit 
  • unverhältnismäßige Ängste (Monster unter dem Bett)
  • Nebenwirkungen von notwendigen Medikamenten
  • Desorientierung beim Einschlafen unterwegs
  • Bettnässen
  • Zähneknirschen / Bruxismus / CMD
  • Kopfschlagen
  • Nachtängste

Auswirkungen im Pflegealltag

  • lange und übermäßige Einschlafbegleitung
  • emotionale Unterstützung
  • Notwendigkeit des Eingriffs in Regulation
  • nächtliches Wechseln der Kleidung und Bettwäsche
  • Versorgung mit Windeln über die altersübliche Spanne hinaus

Proaktive Maßnahmen

feste Schlafroutine beibehalten, auch an anderen Orten Visualisierung der Schlafroutine
Bildkarten, Ablaufpläne und Checklisten

Schlafumgebung optimieren
Abdunklung, klickende Uhren oder anderen Störgeräusche eliminieren, Begrenzung des Schlafplatzes, Schlafanzüge in Länge und Material testen

Schlafhilfen testen
rotes Nachtlicht, weißes Rauschen, Einschlafmeditationen, Gewichtsdecken

Einschlafen begleiten
Kuscheln, im Bett bleiben, Sicherheit vermitteln

Geduld bewahren und Selbstfürsorge
Podcast oder Musik hören, Meditation, ggfs. Lesen mit kleiner Lampe, kein Handy

Nach Verordnung durch Ärzt:in
Melatonin, Schlafmedikation in Betracht ziehen

Impulse zur Schlafoutine

Übermäßige Stimulation vorher vermeiden keine schweren Snacks, wildes Spielen, aufregende Medien Reize herunterfahren
Abdunkeln der Wohnräume, wenig Gespräche

Schlafraum vorbereiten
abdunkeln, Schlafhilfen starten, Wasser bereitstellen

körperliche Bedürfnisse erledigen
Toilette, Zähne putzen, Waschen, Schlafanzug

weitere Bedürfnisse
Einschlafmassage, ausgiebiges Kuscheln, Einschlafgeschichte, Lieblingskuscheltier zu Bett bringen

Einschlafphase starten
Licht aus, nur Flüstergespräche in Ausnahmen, Getränk

Ruhe bewahren & Selbstregulation
Trösten statt Schimpfen, nicht beschämen

keinen Druck oder Zwang erzeugen
Validieren der Gefühle, Verschieben der Bettgehzeit

Atemübung: Beispiel Fahrstuhlatmung

1. Einatmen durch die Nase

2. Ausatmen durch den Mund; der Fahrstuhl wird in den Keller (= die Zehen) geschickt.

3. Einatmen durch die Nase; der Fahrstuhl fährt in den ersten Stock (= der Bauch). Kurz innehalten.

4. Ausatmen durch den Mund.

5. Einatmen durch die Nase; der Fahrstuhl fährt in den zweiten Stock (= die Brust). Kurz innehalten.

6. Ausatmen durch den Mund.

7. Einatmen durch die Nase; der Fahrstuhl bleibt im Obergeschoss (= der Kopf). Kurz innehalten.

8. Ausatmen durch den Mund